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DER PROZESS

Foto: Michela Flück

von Franz Kafka in einer Fassung von Pınar Karabulut

Regie Pınar Karabulut | Bühne Michela Flück | Kostüm Teresa Vergho | Musik Daniel Murena 

Video Susanne Steinmassl | Dramaturgie Sarah Lorenz
mit Alexander Angeletta, Nicola Gründel,
Yvon Jansen, 
Lola Klamroth, Bekim Latifi, Sabine Waibel

 »Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« Franz Kafkas Figur Josef K. ist um diesen Umstand zutiefst verwirrt, darf aber zumindest ihr Leben so weiterleben, wie bisher. K. geht zur Arbeit, nun allerdings in dem Wissen, dass er ein Häftling ist; er trifft sich mit seiner Geliebten, im Hinterkopf die Ahnung, dass ein Prozess auf ihn zukommt. Wie genau dieser Prozess ablaufen wird, was ihm vorgeworfen wird, an welchen Terminen er vor Gericht erscheinen muss – all das bleibt K. ein Rätsel. Immer tiefer stürzt er sich in die Welt des Rechts, und auch der Gerichtshof, seine Diener und Angestellten halten mehr und mehr Einzug in seine Lebenswelt. Am Ende ereilt ihn das Urteil – auch dies ohne Bekanntmachung der Gründe – und wird vollstreckt. Ob Josef K. schuldig war und welcher Straftat er sich schuldig machte, bleibt unerwähnt.

Vielfach wurde Franz Kafkas dritter, unvollendeter und posthum erschienener Roman gedeutet: biografisch, politischvisionär oder auch humoresk. Das surreale bürokratische Labyrinth, das die Hauptfigur mehr und mehr einholt und in welchem sich Josef K. verliert − und zwar ohne an den Anschuldigungen an ihn ernsthaft zu zweifeln − bieten Regisseurin Pınar Karabulut und ihrem Team viel Stoff, Fragen der Macht und Ohnmacht, der Schuld und Unschuld auf den Grund zu gehen.

 

Premiere am 27. Januar 2022 am Schauspiel Köln

 

Fotos Krafft Angerer