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LA MER SOMBRE

Foto: Julian Baumann

nach Texten und Gedanken von Claude Cahun

Regie Pınar Karabulut | Bühne Aleksandra Pavlović | Kostüm Claudia Irro | Musik Daniel Murena 
mit Thomas Hauser, Gro Swantje Kohlhof, Christian Löber  

Spielfassung Pınar Karabulut, Thomas Hauser, Gro Swantje Kohlhof, Christian Löber  

La mer sombre. Das ist das dunkle Meer unserer Seele, unseres Begehrens und unseres Seins im Spiegel einer der prägendsten Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts: Claude Cahun (1984-1954). Regisseurin Pınar Karabulut widmet sich erstmals auf einer deutschen Bühne den schillernden Texten der symbolistisch-surrealistischen Autor*in und Fotograf*in. Die Inszenierung collagiert frei und lustvoll Fragmente aus drei poetischen Werken und übersetzt ihren bittersüßen Narzissmus, die spielerische Ironie und die existenzielle Suche nach Freiheit für den eigenen Lebensentwurf in einen sinnlichen Abend für die geschundenen Seelen des Hier und Jetzt.

Claude Cahun verstand Geschlecht und Identität als performativ und war somit den vorherrschenden gesellschaftlichen Normen der eigenen Zeit weit voraus. Geboren 1894 in Nantes als Lucy Renée Mathilde Schwob, gestorben 1954 auf Jersey, aufgewachsen in einer jüdischen Familie als Nichte des symbolistischen Dichters Marcel Schwob und Tochter des Herausgebers Maurice Schwob, eroberte Cahun sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein Leben jenseits der Konventionen. Gemeinsam mit ihrer Stiefschwester und Lebenspartnerin Suzanne Malherbe, Künstlername: Marcel Moore, war Cahun Teil der Pariser Avantgarde, war mit den Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach genauso befreundet, wie mit Robert Desnos, Henri Michaux und André Breton. Literarisch war Cahun stark vom literarischen Symbolismus, sowie von tiefer Kenntnis der griechischen Mythologie und klassischer literarischer Vorlagen geprägt.

LA MER SOMBRE widmet sich dem dunkel schillernden, radikal experimentellen, mitunter lustvoll bösen wie auch selbstironischen poetischen Werk von Claude Cahun. 

 

Uraufführung am 29. September 2022 an den Münchner Kammerspielen 

 

Fotos Krafft Angerer