G R E E K 
  

GreekQueen.jpg

Foto Eike Walkenhorst

Oper in zwei Akten von Mark-Anthony Turnage 

Regie Pınar Karabulut | Musikalische Leitung Yi-Chen Lin | Bühne Michela Flück | Kostüm Teresa Vergho 

Dramaturgie Dorothea Hartmann

Mit Seth Carico, Dean Murphey, Irene Roberts, Heidi Stober  

Mit Mark-Anthony Turnages GREEK kommt der große antike Mythos von König Ödipus in der Gegenwart an. Ödipus wird in GREEK zu Eddy, der in einer Arbeiterfamilie im heruntergekommenen Londoner East End aufwächst. Die Gesellschaft zeigt sich als eine sozial tief gespaltene: Rassismus, Gewalt und Massenarbeitslosigkeit prägen das Land und bilden den Hintergrund für die Geschichte von Eddys Suche nach sich selbst, nach der Freiheit und der Möglichkeit, aus scheinbar schicksalhaft vorgezeichneten Leben auszubrechen. Dem antiken Ödipus bleibt nach dem Mord an seinem Vater und der Heirat der eigenen Mutter nur die Annahme dieses von den Göttern vorhergesagten Schicksals und das Eingeständnis seiner Schuld. Berkoffs Eddy hingegen setzt sich über Mythos, Schicksal und Moral hinweg: Hymnisch feiert er als „mother fucker“ die freie sexuelle Liebe mit seiner Frau und Mutter. Der junge Mark-Anthony Turnage fand in dieser ebenso gesellschaftskritischen wie antibürgerlichen Ödipus-Bearbeitung die ideale Vorlage für seine eigenen unkonventionellen Vorstellungen von Oper. Berkoffs drastische Sprache, eine wilde Mischung von pathetischer Hochsprache und ordinärem Cockney-Slang, wurde zum Ausgangspunkt für eine ebenso kraftvolle und stilistisch disparate Partitur, die Elemente aus Jazz, Hiphop und sogar Fußball-Gesänge integriert. 

Premiere am 27. August 2021 an der Deutschen Oper Berlin 

Fotos Eike Walkenhorst